Pfingsten 10

Spiel Pfingsten 2017
Frau 1: Weißt du, ich bin entsetzt. Die Zeiten werden immer schlimmer. Mein Mann regt sich jeden Tag mehr auf. Frau 2: Worüber denn? Arbeitet er noch?
Frau 1: Wo denkst du hin? Er ist doch schon lange Rentner. Das fehlte gerade noch: heutzutage in einem Betrieb arbeiten…
Frau 2: Na dann habt Ihr es doch gut. Der Postbote bringt die Rente. Und so arm seid ihr doch auch nicht.
Frau 1: Du hast keine Vorstellung, was uns alles fertig macht.
Frau 2: Was denn?
Frau 1: Die Politiker. An denen findet man kein gutes Haar mehr. Alle sind nur noch korrupt und suchen ihren eigenen Vorteil. Der Trump…, die Leute bei uns, die Flüchtlinge, die drohende Klimakatastrophe. Ich könnte noch eine halbe Stunde so weitermachen. Mein Mann kriegt bald einen zweiten Herzinfarkt deswegen.
Frau 2: Ihr habt doch nette junge Leute, die in eurer Nähe sind. Bei der Frieda und der Emma da unten ist das nicht mehr so.
Mann 1: Worum geht es denn? Redet Ihr über mich?
Frau 1: Die Doris versteht nicht, worüber Du dich jeden Tag aufregen musst. Sie meint es geht uns gut.
Mann 1: Wie kommt sie denn auf so etwas? Wie soll man sich da nicht aufregen. Die jungen Leute machen sich doch gar keine Gedanken mehr, wie es weitergehen könnte. Nur wir. Wir sind es eben noch gewohnt, uns um die Dinge zu sorgen. Wir können das nicht so einfach abschütteln und so tun, als ginge es uns gut. Wir sind eben noch ordentlich erzogen.
Frau 2: Gibt es denn Beschwerden über Deine Kinder? Eure Kinder sind doch gut geraten und topfit oder habe ich da was nicht mitbekommen?
Mann 1: Ich rede doch nicht von meinen Kindern. Die sind die Ausnahme. Die sind in Ordnung. Die jungen Leute an sich- um die geht es.
Frau 1: Und es geht auch nicht um den konkreten Politiker, sondern um die Politiker an sich… Das ist so schlimm. Man kann schon bald keine Nachrichten gucken. Eden Tag gibt es was Neues.
Mann 1: Merkst du das nicht? Mit den jüngeren Leuten geht alles den Bach runter. Wenn du das nicht siehst, hast du Tomaten auf den Augen. Bei uns hätte es so etwas nicht gegeben. Mein Vater hätte mir den Hintern versohlt.
Frau 2: Das musste er auch oft tun. Junge, Du warst auch nicht der Stolz der Nation…
Mann 1: Natürlich nicht. Aber ich wusste doch noch wo die Grenzen liegen. Und gearbeitet habe ich auch…
Frau 2: …wenn du nicht am Abend vorher kräftig gefeiert hast…
Frau 1: Komm, so schlimm war er nun wieder auch nicht. Ich habe ihn doch ganz gut hingebogen…
Frau 2: Kommt, lassen wir das. Wir haben auch manches nicht perfekt gemacht. Und was machen wir nun?
Frau 1: Was sollen wir denn machen? Es ist alles verloren. Es gibt kein zurück. Manchmal denke ich, es ist gut, dass ich schon alt bin. Da muss ich nicht mehr sehen, was alles noch kommt.
Tochter: Na schon wieder Katastrophe, Vater? Ich höre nichts mehr Anderes. Was soll man nur mit Euch anstellen?
Frau 1: Na da ist ja unsere Jugend, um die wir uns so große Sorgen machen.
Mann 1: Nein, so meine ich das nicht. Sie doch nicht. Sie macht sich nur nicht so eine Rübe wie ich und ist eben noch optimistischer. Sie wird auch noch dorthin kommen, wo ich bin.
Komm erst mal in mein Alter! Dann verstehst du wie das Leben wirklich ist.
Tochter: Hoffentlich komme ich da nicht hin. Auch wenn ich 90 Jahre alt werden sollte – was ich ja nicht glaube…

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