Martinstag 5

„Martin Luther vor Kaiser Karl V. in Worms 1521“

Ein pantomimisches Spiel zum Martinstag – von Konfirmanden gespielt für Kinder.

Personen: 1 Sprecher (ausbaubar bis 3-4);   Spieler:

Martin Luther, Kaiser Karl V., Kanzler, Trompeter,

2 Wachen, 1 Musikantin, div. Tänzerinnen.

Bemerkungen: Die Texte stammen teils aus der Broschüre zum 450.  Todestag 1546- 1996: „Martin Luther, Leben und Werk           des Reformators“; Rauhes Haus Hamburg 1996.                     Verwendbar ist auch die Lutherbibel mit Bildern aus                         Luthers Leben. Aus beiden kann man auch einige                        der als Hintergrund benötigten Folien ziehen.
Die lat. Texte Kaiser Karl V. sind reineweg klang-                         orientiert und beanspruchen in keiner Weise lat. Richtigkeit; spanische Klänge wären noch besser, standen mir aber noch weniger zur Verfügung.

Requisiten: 1 Scheinwerfer, 1 Leinwand, 1 Overhead-  Projektor,

Folien von Luther als Mönch, Stadtansicht Wittenberg,

Kaiserdom Worms, Kaiser Karl V., Reichstag Worms,

Überfall auf Luther, Wartburg. (Aus: s.o. bzw. aus

Luther- Bildstreifen)

1 großer alter Wecker als Zeitmaschine;

1 große, alte Bibel, 1 dickes Wörterbuch; 1 Hammer;

1 altes Tintenfass, 1 Blatt Büttenpapier, Schreibfeder;

1 Weinkanne und –humpen, 1 Kerze, Tisch + Stuhl;

Thron für Karl V. (aus: Podest, darauf Tisch hochkant

mit Beinen nach vorn, darüber und dahinter Tücher,

davor Sessel); 1 gutes Mikro für Sprecher.

Trompete, Kostüme für Wachen, Kanzler, Musiker,

CD-Player, CD mit Orgelmusik Lutherchoräle oder

Originalton Orgel; CD mit Renaissance/ Frühbarock-

musik für die Tänzerinnen.

Regie:  Die „Aktionen“ der Spieler sind im Text unterstrichen – sie müssen nur deutlich und akzentuiert angesagt, zur Not wiederholt werden.

Eine Durchlaufprobe genügt für willige Konfi´s.

„Martin Luther vor Kaiser Karl V. in Worms 1521“

1. Bild- Die Zeitmaschine:

(Regie: Alles dunkel; Sprecher geht auf Kanzel; der Wecker bleibt zunächst verborgen; Licht an)

Sprecher:

Guten Abend, liebe Martinsgemeinde- liebe Kinder, Konfi´s und liebe Erwachsene, die Sie Ihre Kinder bzw. Enkel hierher begleitet haben!

Seien Sie- seid Ihr alle herzlich gegrüßt zu unserem Martins- Spiel.

Heute geht es nicht um den Hlg. Martin mit Pferd und Mantel.

Heute geht es um einen anderen Martin.

Wer von Euch heißt denn „Martin“- mal die Hand hoch!

O- so viele..wenige..

Schön, dass Ihr Martin heißt- aber um Euch geht es heute auch nicht.

Es geht um einen ganz bekannten „MARTIN“ – einen weltberühmten

„Martin“ – na, wer könnte das sein? Wer rät es? …

Genau- um Martin Luther soll es heute gehen. Dann passt gut auf, was wir Euch heute aus seinem Leben erzählen wollen:

Martin Luther lebte vor langer, langer Zeit.

Hier habe ich eine Zeitmaschine. An ihr kann ich die Zeit zurückdrehen, wohin ich will. Seht ihr – (Zeiger rückwärts drehen).

Zu Martin Luthers Zeit will ich zurück – da muß ich lange drehen, viele Jahre und Jahrhunderte – (Zeiger rückwärts drehen) – bis ich im Jahr 1517 bin: Hört Ihr- meine Zeitmaschine klingelt:

Jetzt bin ich da angekommen,- genau vor 489 Jahren- 1517!

(Wecker klingelt laut; Sprecher ab)).

Bild: Luther in seiner Studierstube:

(Regie: Overhead: Wittenberg- Schwarzes Kloster, Lutherstube;

alles dunkel, Spot auf Luther, der am Tisch sitzt; Wein und

Leuchter; aufgeschlagene Bibel, Wörterbuch, Feder, Tinte)

Sprecher:

Hier sehen wir Martin Luther. Er wohnt im „Schwarzen Kloster“ in Wittenberg. Er war damals noch nicht verheiratet und lebt allein in seiner kleinen Klosterzelle als Bruder Martin. Seht- da sitzter.

Bruder Martin studiert die Bibel. Immer und immer wieder blättert er in ihr – schlägt verschiedene Seiten auf – vergleicht die Worte.

Er schüttelt den Kopf. Irgendetwas scheint er zu suchen in der Bibel.

Er steht auf und geht im Zimmer auf und ab.

Das hilft, auf andere Gedanken zu kommen.

Plötzlich kommt ihm eine Idee: Er  bleibt wie angewurzelt stehen –

überlegt – dann eilt er zum Tisch – setzt sich hin – schlägt die Bibel auf – sucht den Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom – und sucht dort eine ganz bestimmte Stelle:

Mit dem Finger fährt er über die Seite – muß umblättern – und schließlich hat er die Stelle: Kapitel 3 Vers 28:

Er tippt mit dem Finger drauf. Hier steht, wonach er so lange gesucht hat.

(2.Sprecher) Und er liest langsam- Wort für Wort, was dort steht:

„So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben!“

Sprecher: Mit der offenen Hand greift er sich an die Stirn, um sich noch einmal zu vergewissern, was er da gelesen hat. Er schließt die Augenund murmelt leise vor sich hin:

Das heißt dann doch: Gott liebt uns Menschen, weil er uns lieb hat – und nicht, weil wir es verdient hätten oder uns erarbeiten oder gar erkaufen könnten. Nein – er schüttelt energisch den Kopf,  dann greift er zum dicken Wörterbuch und  vergleicht die Worte der Bibel mit dem Wörterbuch- Wort für Wort.

Er will sichergehen, dass er sich nicht irrt, unser Bruder Martin. Und er nickt immer wieder- bei jedem Wort, was er liest:

(2.Sprecher)  Ja- so liest er -Gott liebt uns, wie Kinder von ihrem Vater, von ihrer Mutter geliebt werden. Auch dann, wenn sie einmal nicht so lieb und brav sind wie jetzt hier in der Kirche.

Sprecher: Das kennt Ihr doch, Ihr Kinder? Oder seid Ihr immer so lieb und brav zu Mama und Papa, dass sei gar nicht zu schimpfen brauchen?

Na, mal ehrlich? Sie müssen schon manchmal mit Euch schimpfen, Euch ermahnen und böse sein, damit Ihr hört.

Aber dabei haben sie Euch doch lieb und nehmen Euch danach wieder in die Arme- und alles wird wieder gut? Stimmt´s?!

So, fand Martin Luther heraus und tippt auf die Bibelstelle – so macht es auch Gott mit uns Menschen:

Auch wir Erwachsenen tun und reden nicht immer das Richtige- und trotzdem hat uns Gott lieb. So lieb, dass Er seinen einzigen Sohn Jesus in die Welt geschickt hat, um uns das ganz deutlich zu zeigen.

Martin Luther blättert in der Bibel – offenbar will er noch andere Stellen in der Bibel finden, die seine Erkenntnis bestätigen.

(2. Sprecher) Seht, er schlägt eine andere Stelle auf – er findet dort die Bestätigung: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben!“

Sprecher: Wieder  – und wieder – tippt Luther auch auf diese Stelle der Bibel! Da steht es- schwarz auf weiß- und alle können es lesen.

Um ganz sicher zu gehen, schlägt er noch eine andere Stelle in der Bibel auf, - findet sie – und liest dort:

(2.Sprecher) Es liegt nicht an jemandes Bemühen, dass er von Gott geliebt wird- es liegt „allein an Gottes Gnade!“ und Liebe!

Nun ist sich Martin Luther seiner Erkenntnis sicher:

Allein aus Gnade- allein aus Liebe- allein Gott in Jesus Christus!

Sprecher: Erlöst lächelt er – schlägt die Bibel zu – das Wörterbuch auch. Entspannt lehnt er sich zurück: Er hat gefunden, was er und was die Christen damals bisher vergeblich in der Bibel gesucht haben:

Die Antwort auf die Frage: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?

Nun weiß er es- er, unser Martin Luther hat die Antwort gefunden:

(2.Sprecher) Weil Gott uns Menschen über alle Maßen lieb hat! Das öffnet uns den Himmel – den Himmel Gottes,- und den Himmel auf Erden!

Sprecher: Jetzt ist Martin Luther am Ziel.

Entspannt gießt er sich einen Becher Wein ein –

trinkt den Wein voll Genuß-

und dann greift er zu Papier und Feder:

Das muss ich aufschreiben!Alle Menschen sollen das lesen können.

In 95 Thesen- Sätzen schreibt er seine Erkenntnis auf.

Er schreibt und schreibt – es dauert den ganzen Tag und die ganze Nacht.

(Licht Kanzel aus; es brennt nur noch Luthers Kerze; leise spielt die Orgel/CD ein Lutherlied, während Luther schreibt; Kanzellicht an:)

Sprecher:

Schließlich wird er im Morgengrauen fertig. Er rollt das Papierstück zusammen – bläst die Kerze aus – nimmt den Hammer – und geht los.

Luther will zur Schlosskirche. (L. geht durch Kirche- während Sprecher liest:)

Er weiß: Dort feiert sein Kurfürst Friedrich morgen ein großes Fest.

Ein Fest für alle die heiligen Männer und Frauen, die nach bisherigem Glauben dafür sorgen sollten, dass die Menschen in den Himmel kommen könnten. Darum wurden sie verehrt als Heilige; man musste zu ihnen beten, wenn man von Gott gehört sein wollte; und dafür mussten die Menschen viel viel Geld bezahlen. Dabei ahnten alle Menschen damals: Der Papst in Rom, der braucht das Geld doch nur, um sich seine Peters- Kirche in Rom neu bauen zu lassen- mit Gottes Liebe hat das gar nichts zu tun. Das sollen morgen zum großen Fest alle lesen können – darum nagelt er seine 95 Thesensätze an die Tür:

(Luther verschwindet hinter Altar/Sakristeitür – pocht dort auf Holz)

Hört Ihr – mit diesen Hammerschlägen pocht Martin Luther die Reformation ein- die Erneuerung der Kirche, denn:

Allein der Glaube zählt – „sola fides“ hört ihr´s ? (L. pocht 1x laut);

Allein die Bibel gilt – „sola scriptura“ hört ihr´s ?(L. pocht 1x laut);

Allein die Liebe Gottes zählt- sola gratia“ hört ihr´s (L. pocht 1x laut)

Später werden diese 95 Thesensätze gedruckt und finden Verbreitung in ganz Deutschland. Viele Menschen sagen: Luther hat recht!

Und sie sagen: Endlich hat einer den mut, das laut zu sagen, was wir alle leise gedacht haben- unsere Kirche muß erneuert werden.

Luther hat den Anfang gemacht- und seitdem gibt es uns- die „Evangelischen“ Christen – hier in Steinbach- Hallenberg, Altersbach und Rotterode – im „Hasel- Grund“, in Schmalkalden- in ganz Deutschland- ja überall auf der Welt!

Und das verdanken wir nur wem? Ihr wisst es jetzt- genau! Luther!

Seht- da kommt er wieder – unserem Martin Luther.

Hat er da nicht einen donnernden Applaus verdient von Euch?

L. verneigt sich dankend. (und tritt ab, wo er nicht mehr gesehen wird; Overhead aus, Licht aus;

Orgel/CD  moduliert leise einen Lutherchoral.)

2. Bild: Die Zeitmaschine

(Kanzellicht an; Sprecher mit Uhr in der Hand)

Sprecher:

Hier bin ich wieder- mit meiner Zeitmaschine.

Wir müssen die Zeit wieder verändern. Diesmal aber nicht viel.

Vordrehen müssen wir die Zeit – vom Jahr 1517 bis zum Jahr 1521.

Das sind – wie viel Jahre? – richtig: 4 Jahre.

Drehen wir also die Zeit vor- auf das Jahr 1521. (Es klingelt)

Hört Ihr- wir sind angekommen.

Und wir sind auch nicht mehr in Witterberg- sondern in Worms am Rhein. (Overhead an mit Bild vom Wormser Dom)

Worms war damals schon eine große Stadt- mit einer wunderschönen, großen Kirche. So eine große Kirche nennt man DOM. Ihr seht ihn hier auf der Leinwand.

Dorthin kommt der Kaiser. Er ist erst kürzlich zum Kaiser gewählt worden- und nun will er in Deutschland wieder die alte Ordnung herstellen und die junge, evangelische Kirche mit Stumpf und Stiel ausrotten. Dazu hat er die anderen Fürsten und die Bischöfe alle nach Worms bestellt. Sie sollen ihm helfen, auf einem Reichstag die alte Ordnung wieder herzustellen. Doch seht selbst – der Reichstag beginnt:

(Kanzellicht aus;

3. Bild: Kaiser Karl V. tritt auf

(Regie: Spot auf Eingang; Trompeten- Musik, Karl V. tritt auf, begleitet von 2 Wachsoldaten, Spot schwenkt auf Kaiser und Thron)

Sprecher:

Hier kommt er- begleitet und flankiert von seiner Leibgarde, den Wachsoldaten – die Trompete ertönt und zeigt:

Jetzt ist er da -der große und berühmte Kaiser Karl V.- ist er nicht toll, wie er so majestätisch und stolz daherschreitet.

Er besteigt stolzen Hauptes seinen Thron –

die Leibgarde stellt sich rechts und links daneben auf- sollen den Kaiser schützen.

Und das tun sie auch- und präsentieren ihre Waffen!

Aber natürlich ist der Kaiser nicht allein gekommen.

Er hat einen Kanzler, so wie wir einen Bundeskanzler haben. Der macht die Arbeit für ihn.

Hört- die Trompete kündigt ich an!

Und nun seht, da betritt er die Bühne der Weltgeschichte – unser Kanzler …us …ius. Er hat seinen deutschen Namen in´s Lateinische übertragen. Das war damals Mode – klingt vornehmer als das schlichte N…N…, unter dem Ihr ihn kennt.

Er hebt grüßend die Hand zu Euch, seinem Volk.

Er ist jetzt Kanzler des deutschen Reiches – und deshalb stellt er sich neben den Kaiser.Ganz nah am Thron steht er- doch mit gehörigem Abstand steht er tiefer als der Kaiser.

Er ist der 2. Mann im ganzen Reich.

Könnt Ihr Euch denken- warum?

Weil er so hübsch ist- ? So reich-? So gebildet-?

Da, darum ist er der 2. Mann im Reich- denn er kann 2 Sprachen:

Deutsch und Spanisch.

Seht Ihr: Er nickt. Er hat mich verstanden!

Der Kaiser kann nur 1 Sprache: Spanisch. Er stammt aus Spanien.

Deutsch versteht der Kaiser nicht.

Der Kanzler muss ihm alles übersetzen, was in Deutschland gesprochen wird. Deshalb ist er der 2.wichtigste Mann im Reich!

Seht, der Kanzler winkt – und schon kommt der Rest des Hofstaates:

Da kommt er- der Hoftrompeter, …..ianus heißt er- und er schmettert gleich ein kräftiges Signal!

Das ist das Zeichen für die Hofdamen. Jetzt dürfen auch sie kommen.

Sind sie nicht fein anzuschauen? Fein gekleidet- eine hübscher als die andere- toll!

Sie treten galant vor den Kanzler – verneigen sich – und der Kanzler winkt ihnen, dass sie vor den Thron treten dürfen.

Der Hoftrompeter gibt Signal-

die Hofdamen treten nun vor den Kaiser. Galant tun sie das- verneigen sich 3x — tief, — tief — tief zur Erde!

Das erfreut den Kaiser, dieser Anblick von so viel Schönheit.

Er winkt gnädig mit der Hand –

die Hofdamen treten zurück.

Der Kanzler klatscht in die Hände –

und die Hofmusik beginnt.  (CD Renaissance- Gavotte o.ä.)

Sie spielen einen hübschen, kleinen Tanz.

Die Hofdamen fassen sich bei den Händen –und tanzen einen kleinen Reigen zur Musik.

Der Kaiser reibt sich die Hände:So gefällt ihm Deutschland.

Musik und Tanz, Fröhlichkeit und keine Probleme!

(Die Musik spielt den Tanz, die Hofdamen tanzen) …

Währenddessen passiert woanders etwas Großes: Seht, von Wittenberg aus macht sich Martin Luther auf den Weg.

(Luther geht los, die Bibel in der Hand,  im Seitengang nach hinten; dabei wird der Lutherchoral „Ein feste Burg ist unser Gott“  von der Orgel/CD gespielt- erst leise, dann lauter.)

Seht, er kommt Worms immer näher,unser Luther.

(L. kommt den Mittelgang vor. Der Lutherchoral übertont die Tanzmusik; sie verstummt und nur noch der Choral ist zu hören; er wird leise und leiser bis zur Festnahme Luthers)

Seht, jetzt ist Martin Luther in Worms angekommen

(vor Altarplatzstufen)- die Bibel in der Hand. Er bleibt stehen.

Er weiß, was ihm jetzt Schweres bevorsteht: Er soll vor den Kaiser treten. Er zögert und blickt auf seine Bibel in der Hand:

Ob der Kaiser sein Wort hält und ihm freies Geleit gibt wieder nach Hause. Oder wird er ihn gefangen nehmen und hinrichten wie damals den Jan Hus in Konstanz?

Er drückt die Bibel fest vor die Brust- wie einen Schild.

Und dann geht er los- direkt in die Höhne des Löwen! – hin zum Kaiser Karl V. und seinen Hofstaat.

Langsam nähert er sich dem Thron- die Hofdamen springen zur Seite.

Die Leibgarde springt vor und packt Luther.

(die Musik verstummt)

Die Leibgarde zerrt Luther vor den Kaiserthron.

Alle sind wie erstarrt und blicken gebannt auf Luther und den Kaiser.

Was wird jetzt passieren? Das fragt sich hier jeder. Große Stille.

4. Bild: Kaiser Karl V. tritt auf

(Regie: Overhead- Folie: Luther vor Kaiser Karl V.)

Der Kaiser zeigt auf den Kanzler.

Der hebt die Hand – und gibt dem Trompeter ein Zeichen:

Der Trompeter bläst das kaiserliche Signal.

Dann erhebt sich der Kaiser langsam und majestätisch von seinem Thron. Er schaut in die Runde- hebt die Hand – der Trompeter gibt wiederum Signal- dann richtet der Kaiser die Hand mit dem Zeige-finger auf Luther- und spricht:

(3.Sprecher) „Ego, Carolus pentus, Cäsar de Hispaniola, Germania, Italia, Francia et terra mundi de oriente s occidente,  dabei macht der Kaiser eine große, weltumspannende Bewegung- dux duxissimae-

Ego interrogaro te, Martinus Lutherus de Wittenbergensis:

Sprecher: Der Kanzler tritt vor Luther und sagt:

(Sprecher 4) Seine Majestät hat gesagt – und er dreht sich um und verbeugt sich ehrfürchtig vor dem Kaiser – er wendet sich wieder Luther zuund fährt fort zu reden:

„Ich, Karl V., Kaiser von Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich und der gesamten Welt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, Fürst aller Fürsten- ich frage dich, Martin Luther aus Wittenberg:“

Sprecher: Martin Luther verneigt sich leicht vor dem Kaiser- dann richtet er sich wieder gerade auf, frei- ohne Anzeichen der Furcht oder der Sorge vor dem, was nun kommt.

Der Kaiser gibt dem Trompeter ein Zeichen – der schmettert eine Fanfare- zum Zeichen dafür: Jetzt kommt´s darauf an!

Der Kaiser erhebt sich – reckt die Hand aus gegen Luther – und sagt:

(3.Sprecher) „ Martinus Lutherus- tu es puena capitas ketzerus, si non tu reconvares, quod eras scriptas!“ Und er schüttelt erbost die Hand gegen Luther.

Sprecher: Der Kaiser setzt sich wieder auf seinen Thron.

Der Kanzler tritt wieder vor Luther hin und übersetzt die Worte des Kaisers.:

(4.Sprecher): „Martin Luther- du bist ein todeswürdiger Ketzer, wenn du nicht widerrufst, was du geschrieben hast!“

Sprecher: Und auch der Kanzler drohte erbost mit der Hand.

Alle waren wie erstarrt über diese Rede.Keiner wagte sich auch nur zu rühren. Es herrschte Totenstille. –

Alle wussten: Jetzt geht es für Martin Luther um Leben oder Tod!

Aber auch um Gelingen oder Fehlschlagen seiner Kirchenreform!

Wie würde sich Luther entscheiden? – - -

Er legte die Hand einen Augenblick auf die Augen, um sich besser konzentrieren und noch einmal kurz nachdenken zu können. Er war sich der Bedeutung seiner Antwort voll bewusst: Jetzt galt es!

Dann nahm er die Hand herunter – öffnete die Bibel –

hielt sie aufgeschlagen dem Kaiser hin – und sagte in die atemlose Stille laut und deutlich hinein:

(2.Sprecher): „Majestät“ –

Sprecher: und er neigte den Kopf ein wenig ehrfürchtig nach unten- dann richtete er sein Haupt wieder auf und sagte weiter:

(2.Sprecher): „Majestät- Ihr müsst mir den Irrtum- wenn es denn einen gibt!- beweisen- hiermit!

Sprecher: Und er hielt dem Kaiser die offene Bibel entgegen. Noch einmal sagte er es laut, gleichsam um es zu bekräftigen:

(2.Sprecher): „Wenn mir mit der Bibel bewiesen wird, dass ich mich irre- dann widerufe ich. Sonst nicht! Die Heilige Schrift steht am Höchsten- nicht ihr und auch nicht der Papst in Rom!“

Sprecher: Jetzt war es heraus! Der ganze Hofstaat hielt sich entsetzt die Hand vor den Mund! Was dieser Luther sich wagt! Jetzt war es geschafft- vor Kaiser und Reich hatte er seinen Glauben bekräftigt- und nicht widerrufen: Im Vertrauen auf Gottes Hilfe- und auf die Gerechtigkeit und Wahrheit!

Luther ließ die Bibel sinken, hielt sie aber noch offen vor sich.

Der Kaiser hatte natürlich nichts verstanden- so ging der Kanzler

zu ihm und flüsterte ihm Luthers Antwort in´s Ohr.

Der Kaiser blieb wie erstarrt sitzen – dann schob er den Kanzler beiseite – sprang auf – und schrie erbost:

(3.Sprecher): „Tu, Martinus Lutherus- tu rectactas reconvares!“

Sprecher: Und der Kanzler schrie genauso empört Luther an und drohte ihm mit der Faust:

„Der Kaiser sagt: Du sollst alles zurücknehmen und widerrufen!“

Luther schüttelte nur energisch den Kopf.

Da hob der Kaiser die Hand – und öffnete sie mit dem Daumen nach unten- und zeigte dabei auf Luther!

(4.Sprecher): Der Kanzler machte es ihm nach – und zischte ganz leise vor Wut: „Du kleines Mönchlein wagst, Dich gegen den Kaiser und den Papst zu stellen – das wird Dich das Leben kosten!“ Und er drückte den Daumen mehrfach deutlich nach unten – wobei er in die Runde schaute, als wollte er eine Bestätigung dafür bekommen.

Sprecher: Aber die Menschen schwiegen betreten. Sie wussten nicht, was sie sagen sollten: So viel Mut bei Luther – so viel Macht beim Kaiser- wie würde das ausgehen, fragten sie sich besorgt?

Luther aber klappte nun seine Bibel zu.

Er hielt sie vor sich hin – und sagte laut und deutlich:

(2.Sprecher):

„Hier stehe ich- ich kann nicht anders! Gott helfe mir- Amen!“

Sprecher: Dann verneigte er sich tief vor dem Kaiser –

etwas weniger tief vor dem Kanzler – grüßte mit der Hand in die Runde des Hofstaates – und ging erhobenen Hauptes davon.

(Mittelgang ab)

Ging weg von Worms – (Spot auf Kaiser und Hof aus, Spot mit Luther gehend) – ging nach Hause. Unterwegs predigte er überall, wo Menschen ihn hören wollten. Auch in Möhra – hier in Thüringen – machte er Station, weil seine Familie aus Möhra stammte.

Am nächsten Tag ging er weiter in Richtung Wittenberg, wo er schon sehnlichst erwartet wurde. (Luther verschwindet in Sakristei o.ä.)

Aber er kam nicht so weit: Im Wald, nahe am Rennsteig, ließ sein Freund, Kurfürst Friedrich der Weise, ihn zum Schein gefangen nehmen – und zu seinem Schutz heimlich auf die Wartburg bringen- (Folie: Wartburg)- in Sicherheit vor Kaiser Karl V.

Hier, auf der Wartburg- lebte Martin Luther dann, verkleidet als Junker Jörg –(Folie)- einige Monate in Sicherheit.

In dieser Zeit übersetzte er das Neue Testament aus dem Griechischen in die Deutsche Sprache- und kehrte dann zurück nach Wittenberg.

-(Folie Stadtkirche)-

(2.Sprecher): So nahm die Reformation ihren erfolgreichen Lauf.

Und bis heute sind wir dem Reformator Luther dankbar, dass er den mut hatte, auf dem Reichstag zu Worms 1521 seinen Glauben zu bekennen – vor Kaiser und Reich!

5. Bild: Die Zeitmaschine

( Regie: Licht auf Kanzel)

Sprecher: Da bin ich wieder – mit meiner Zeitmaschine (zeigen):

Das war vor 485 Jahren.

Nun müssen wir unsere Uhr wieder vor- drehen- bis zum Jahr 2006!

Jetzt sind wir wieder da- im Jahr 2006 und hier in …..

Unsere Konfi´s haben Euch das heute gespielt.

Wir wollen sie noch einmal sehen – ja?

Also, kommt vor – ich stelle Euch vor: (Spot auf Spieler)

Unser Martinus Lutherus war….

Der Kaiser Karl V. …

Der Kanzler …

Der Hoftrompeter …

Die Hofdamen Julia v. Füchselbach, Martha v. Dückerweg, Annika und Mandy von Schwäblein zu Stäblein sowie Katja de Nederlande waren…

Der/die Sprecher…

Die Technik bediente …

CD: Lutherchoral – klingt dann langsam aus, während die Spieler

abgehen.

H.- Joachim Scholz

Hauptstr. 134

98 5 87 Steinbach- Hallenberg/ Thür.

am 10.11.2006