Kirmesspiel 14

KIRMESSPIEL 2006

Frieda:   So, los jetzt! Kommt und setzt euch hin!

Kommt her on sätzt üch hie!

Kind 1:   Endlich ist Kirmes, da gibt’s schon früh Roumkuche zu essen.  Ich freu mich schon auf den Hasenbraten zu Mittag.
Endlich is Kernes, doa git’s schon en morche fröh Roumkoche ze ässe. Ich fröh mich schon off en Hoasebroate hüt mittoag.

Frieda:   Hände weg!
De Hänn fort!

Kind 2:   Mein Pat hat mir versprochen Zuckersteine zu kaufen.
Mie Döt hoat me verssproche Zockerstey ze keyfe.

Kind 3:   Und meine Pate hat mir versprochen, dass ich Karussell fahre.
On mie Döte hoat me versproche, doass ich Kartesälln däff foahr.

Frieda:   Kommt, gebt jetzt endlich Ruhe. Jeder kriegt was.
Kommt, gatt jetzt endlich Roh! Es krecht jeder abbes.

Kind 4:   Papa, der Alfred kriegt Zuckersteine zur Kirmes. Mein Pat ist nicht da. Kaufst du mir auch welche?
Der Alfred krecht Zockerstey zer Kermes. Mie Döt is net doa, keyfst do mey au abbes?

Kind 5 :  Und Karussellfahren wollen wir alle.
On Kartesäll wonn me all foahr.

Frieda:   Du hast doch in der Schmiede schon Geld verdient. Wo ist denn das. Hast Du es schon ausgegeben?
Do hoast doch inner Schmiede scho Gäld verdehnt, bo is doann doas, hoast’s wo scho weer usgegahnt?

Kind 5:   Wo denkst du hin. Der Fried hat’s dem Papa gegeben, weil wir immer so hungrig sind.
Bo dänkst do hi. Der Fried hoats en Voader gegahnt well me ömmer so grosse Honger hon.

Mutter (kommt rein):         Habt Ihr euch das Gesicht und die Hände gewaschen? Zeig mal deine Finger her.
(Frieda und Mutter sehen Hände an.)
Hoatt ö üch doann es Gesecht on de Hänn gewösche? Zeich mo de Fenger her!

Mutter ( zu Kind 3): Komm, du gehst noch mal raus. Du warst im Stall und hast dir die Hände nicht gewaschen. Komm, do gäst noch moa nus. Do warscht in Stoahl un hoast de Hänn net gewösche!

Frieda zu Kind 4: So, und du wischst dir erst mal den Mund ab.
So, un do wöscht de erscht moa es Muhl oah.

Mutter: Vater! Komm endlich. Die Kinder sind schon alle fertig.
Voader! Komm endlich. De Kenner sen scho all fertich.

Vater (kommt):    Das war anstrengend. Das Leberessen beim Jöfried war noch nie so gut wie  dieses Jahr und gestern war es auch nicht schlecht.  Ich habe heute die Spendierhosen an. Es gibt es für jeden eine kleine Tüte  Zuckersteine und eine Karussellfahrt von mir. Vielleicht geben ja die  Paten noch etwas.
Doas woar ustrengend. Es Lawereässe ben Jöfried woar noch nie so gutbe diss Joahr un nächte woarsch au net schlächt. Ich honn hüt de Spendierhos o. Es git för jeden e kley Tüte Zockerstey un e Kartesällfoahrt von mey. Viellicht krecht ö jo au noch abbes vonen Döt.

Mutter:  Komm, du hast wieder mal mehr getrunken als gegessen, deswegen hat’s dir so gefallen.

Komm, do hoast wehr mo me getronke be gegässe, deswäche hoat’s dey so gefalle.

Vater:  Von wegen. Du musst es ja wissen, schließlich haben wir mehr getanzt als gesessen.

Von wäche, do mosst doas jo wess, schleßlich hoann me me getoanzt be gegässe.

Mutter:  Ich weiß nur nicht, wie du das alles bezahlen willst. Weißt du wie ich das ganze Jahr die Pfennige umdrehe und du wirfst alles zur Kirmes zum Fenster raus. Aber so warst du ja schon immer. Das hätte ich von Anfang an wissen müssen. Als Kirmesbraut musste ich dir noch Geld borgen, damit du dein Handwerkszeug wieder zurückholen konntest.

Ich weys nör net, be do doass alles bezoahl west. Weyst do be ich `s goanz Joahr de Pfennich öm moss dräh on do werfst alles de Kermes zom Fenster enuss. Aober so warscht do schon ömmer. Doas hätt ich von Ofang o mütt wess. Als Kermesscheumpfere mutt ich dey noch Gäld borch, damit do di Handwerksgezüg wer zorück kost gehol.

Kind 1:                   Das hat die Äller schon erzählt, dass Ihr die ganze Zeit getanzt habt.
Doas hoat de Äller scho verzahlt, doass ö de goanz Zieht gedoanst hoat.

Kind 2:   Sie hat auch von der Frieda erzählt, dass die immer wieder herumstand, weil ihr Kirmesscheumpfer zu viel getrunken hat.

Se hoat au von der Frieda erzahlt, doass de ömmer erömmstounn, well ühr Kermesscheumpfer ze vill getronke hoat.

Frieda:                   Bist du ruhig! Das geht dich gar nichts an!

Bist do stell! Doas gett dich goar nes o!

Mutter:  Frieda, ich mache mir Sorgen. Du hast schöne Kleider angehabt und ausgesehen wie ein Engel, du hast ihm zwei Kuchen gebacken, und der weiß das nicht zu schätzen.

Frieda, ich mach mey Sorche. Do hoast hüsche Kleider ogehoat on hoast usgesehnt be e Engel, do hoast zwe Koche gebacke, on der weys doas net zo schätze.

Oma:   Der Pfütschedapper! Wie könnt ihr denn sagen, dass die Frieda so einen kriegen soll. Das wird im Leben nichts. Als er betrunken war hat er sogar unter dem Tisch gelegen.

Der Pfötschedapper! Be konnt ö doann gedänk, doas de Frieda so en soll krech. Doas  wörd in goanze Lawe nes. Bo e besoffe woar, loage sogar önnern Düsch.

Frieda:                   Wenn mich keiner sonst fragt. Wer ist denn noch da in unserem Nest?

Boann mich süst kenner frächt. Bär is doann noch doa in onsen Näst.

Oma:   Die ganze Nacht habe ich nicht geschlafen. Ich bin in Gedanken das Dorf hoch und runter durchgegangen. Der Otto, nun ja, der ist etwas merkwürdig. Da wäre noch der Alfred. Die haben sogar drei Kühe und ein Pferd zu Hause, aber er ist liederlich und trinkt viel zu viel. Deswegen hat er ja noch keine abgekriegt.

De goanz Noacht hon ich net geschloffe. Ich bin in Gedanke es Durf enuff on enoa gegoange. Der Otte, no joa, der is e bessle komisch, doa wär noch der Alfred, de hon sogoar drey Köh on e Pfärd dehey, oaber der is liederlich on süfft vill zo vill. Däswäche hoat e jo noch key gekrecht.

Mutter:  Es wird aber langsam Zeit. Was würde ich drum geben, wenn sie erst mal unter der Haube wäre.

Es wörd ower loangsam Ziet. Boas wör ich dröm goann, boann se erschtmoa önner der Haube wär.

Kind 1:                   Und wer kümmert sich dann um uns, wenn sie geheiratet hat?

On bär kömmert sich doann um uns, boann se verfreyt ies?

Oma:   Es ist ja noch nicht so weit.  Ich denke, dein Vater hat gar nicht so viel Geld, sie unter die Haube zu bekommen.

Es is ja noch net so wiet. Di Voader hoat goar net so vill Gäld, se önner de Haube zo bränge.

Vater:  Auch das noch. Ich habe jetzt nach der Kirmes schon Schulden.  Es ist ja nur einmal Kirmes! Lass Dir mal Zeit. Eine Hochzeit zu bezahlen, das ist teuer. Und wer soll die ganze Landwirtschaft machen, wenn sie nicht da ist?

Au doas noch.Ich hon jetzt nach der Kermes schon Scholde. Es is doch nör eymoa Kermes. Lass dey moa Ziet. E Hochzich zo bezoahle, doas is düer. On bär soll de goanz Loandwirtschoft mach, bann se net doa is?

Oma    Aber die Betten reichen nicht mehr wenn die Kinder groß werden.  Es muss langsam losgehen.  Das war bei uns auch so. Und du stell dich mal drauf ein dass du älter geworden bist. Du könntest schon Großvater sein und benimmst dich wie ein junger Bursche.

Awer de Bätte reyche net me, boann de Kenner groß sen. Es moss loangsam losgäh, doas woar bey ons au so. On do, ställ dich ma druf ie, doass do äller bist worn, do kösst scho Großvoader gesey on benimmst dich be e jonger Borsch.

Mutter:  Da hast du recht.

Doa hoast de rächt.

Oma (zur Frieda):                Als der Friedrich unter dem Tisch lag, da warst du doch nicht da. Erst habe ich gedacht, dass es am Kerzenlicht liegt, dass ich dich nicht mehr sah.  Nach längerer Zeit kamst du dann rein und hast ganz glücklich ausgesehen.

Bo der Fried önnern Düsch loag, do woarscht do doch net doa. Erscht hon ich gedoacht, doass on Golicht leyt, doass ich dich net soach. Nach längerer Ziet komst do doann erie on hoast goanz glöcklich usgesehnt.

Mutter:  Die Minna hat’s mir auch erzählt.

De Minna hoat’s mey au erzahlt.

Frieda:   Hier kommt aber auch alles raus. Da werden sie im ganzen Dorf tratschen.

Bey ons kömmt oaber au alles erus. Doa wörd weer in goanze Dorf gekloatscht.

Vater:  Da habe ich es doch richtig gesehen. Du warst das, die da mit so einem Kerl gemüllert hat.

Doa hunn ich doch richtich gesehnt. Do warscht doas, de doa met so en Kalle gemüllert hoat.

Frieda:                   Nun ja, habe da so einen Seligenthäler kennengelernt.

Nojoa, ich hon doa so en Selchetäler kennegelonnt.

Oma:   Wen. Sags!

Bän. Söhs!

Frieda:                   Den Johannes.

En Johannes.

Mutter:  Johannes, Hans, welcher ist das?

Johannes, Hans- bär is doas?

Oma:   Heißt nicht der Enkel vom hüsche Karl so?

Heißt net där enkel von hüsche Karl so?

Frieda:   Ja so isses.  Er ist in Seligenthal dritter Platzmeister und er hat mich gefragt, ob ich nächste Woche die Kirmes mitmache.

Ja, so es. Här is in Selchetoal dretter Ploatzmeister on hoat mich gefroacht, ob ich met en Kermes will mach.

Oma:   Schulden hin und her. Ich kauf dir noch ein Kleid. Dein Vater trinkt heute etwas weniger und wir singen heute in der Kirche ein lautes „Nun danket alle Gott“.  Meine Gebet sind erhört worden.

Scholde hie oder her. Ich keyf dey doch e Kleid. Die Voader trenkt hüt abbes wenger on inner Kirche senge me „Nun danket alle Gott“ mie Gebete sen erhört worn.

Vater: Sing’s nicht zu laut, sonst fragt mich wieder das ganze Dorf was bei uns los ist.

Säng’s net zo laut, süst frächt mich weer es goanz Duurf boas be uns los ies ………