Kirmesspiel 13

 Kirmes 2005

Mutter: S’ist Kirmes, was ist los?

Max: schweigt

Vater: Sonst warst du aufgezogen wie eine Springmaus und jetzt wo du endlich zur Kirmes darfst, ist tote Hose. Mann, zu meiner Zeit sind wir losgezogen wie ein paar Helden. Wir wussten dass wir unwiderstehlich waren und die Mädchen nur so auf uns flogen – so wie deine Mutter…

Max schweigt…

Kleine Schwester: Seit Tagen höre ich nichts mehr von Dir!

Max: (schreit) Lasst mich in Ruhe!

Vater: Da soll einer draus schlau werden… Mit dem kann man nicht mehr reden.

Mutter: Weißt du was mit dem Max los ist?

Kleine Schwester: Das geht doch schon seit Wochen so! Er sitzt vor dem Computer, ballert rum und hängt nur noch alleine im Zimmer rum. Wenn ein Mädchen anruft, nimmt er nicht mal ab.

Max: Ihr geht mir auf den Geist! (rennt weg) Lasst mich in Ruhe!

Mutter: Er ist wie eine wandelnde Bombe. Ein Wort und er explodiert.

Vater: Lass ihn doch. Was bringt’s?

Kind 2: Das ist doch nicht normal!

Kleine Schwester: Ich finde ihn nur noch blöd. Er nervt. Wenn ich mal groß werde, werde ich nicht so!

Freund: Ist der Max da?

Kleine Schwester: Vergiss ihn! Er hat schlechte Laune. Max mit den Scherenhänden. Wer ihm unter die Finger kommt, wird zerfleischt. Siehst du mein Gesicht?

Freund: Deswegen komme ich ja. Ich habe ihn angerufen, aber er nimmt nicht ab.

Vater: Pubertierendes Monster!

Mutter: Rede nicht so von unserem Jungen! Ich regele das…

(geht zu Max)

Mutter: Ich muss mit dir reden.

Max: Ich will nicht!

Mutter: Du musst ja nicht zur Kirmes, was ist mit dir?

Max: Ich besauf mich zur Kirmes. Da kriege ich nichts mehr mit und bin der größte.

Mutter: Hör auf! Was ist los?

Max: Was soll ich machen: Tanzen kann ich nicht. Wenn ich Mädchen frage, lachen sie mich aus. Ich habe keinen Body wir Robin Williams. Außerdem läuft alles irgendwie nicht: Bei allen läuft es, nur bei mir nicht.

Kleine Schwester: Komm endlich, du altes Rhino!

Mutter: Raus hier oder das Kirmesgeld wird gestrichen!

Pass mal auf. Dein Vater war der schlechteste Tänzer den es gab. Er konnte nicht mal den Kirmeswalzer. Er konnte mit 16 nur das Bierglas halten. Aber einem Mädchen ins Auge zu sehen, das ging nicht!

 

Max: Ich dachte, der war ein toller Hecht.

Mutter: Mit der Zeit trübt sich die Erinnerung. Sag’s ihm nicht! Die Wahrheit verträgt er bis heute nicht. Er war verklemmt bis zum geht nicht mehr und erst nach Jahren hat sich’s gegeben.

Max: Er hat dich doch aber angesprochen!

Mutter: Legendenbildung… Ich weiß es besser. Übrigens haben zwei Mädchen nach dir gefragt und der Friedrich!

Max: Das erzählst du nur.

Mutter: Nein, wirklich! Trau dich und sei ein tapferer Sohn

Vater (kommt dazu): Los, sei ein Mann wie ich, tapfer und stark. Reiß dich zusammen!

Mutter: Halt deinen Rand. Wenn ich dich nicht gefragt hätte wäre aus dir nichts geworden. So verklemmt wie du war sonst niemand.

Max: Kommt mir bekannt vor und das beruhigt. Ich glaube, ich versuche es!