Kirmesspiel 11

„Der geplagte Unternehmer“ 2003

1. Hey lauf doch mal langsam, Franz.

5. Klassenkamerad, kennst du uns denn noch?

2. Ihr Urlauber, ihr habt den ganzen Tag Zeit. Mir geht es nicht so wie euch. Wenn ich nicht renne, dann laufen mir die Kunden weg.

3. So schlimm kann es doch nicht sein!

2. Du hast ja eine Ahnung. Das ganze Frühjahr habe ich zwar auf Aufträge gewartet.
Meinen Leuten habe ich gesagt, macht Urlaub! Ich schaffe wieder Aufträge ran.
Da hatten wir ganz viel Zeit. Ich habe den Betrieb putzen lassen und mein eigenes Haus gemacht. Aber jetzt: 8 Aufträge habe ich und weiß nicht, wie ich es schaffen soll.
Alle wollen noch vor dem Winter fertig werden.

3. Da hättest Du im Sommer nicht so lange Urlaub machen sollen.

2. Im Unterschied zu euch war ich im Sommer noch gar nicht weg. Meine Frau hält mir ständig vor, dass ich die Familie vernachlässige. Den ganzen Sommer habe ich nur abends mal Zeit gehabt in Struth ins Bad zu gehen. Den Kindern habe ich versprochen, dass wir in den Herbstferien wegfahren. Aber ich ahne schon, dass es nichts wird.

3. Aber zur Kirmes kommst du doch.

2. Wenn ich ehrlich bin, die richtige Ruhe habe ich nicht. Ich muss mich schonen. Wenn ich am Wochenende so fertig bin, dann leidet die ganze Woche darunter. Und ne Welle verkrafte ich sowieso nicht mehr.

4. Du kommst mir gerade recht. Ich warte schon ewige Zeiten, dass du endlich bei mir mal anfängst. Jetzt geht das Wetter noch. Und was haben wir in drei Wochen? Dann kommst du wieder und sagst, das Wetter ist schuld, wenn es nicht vorwärts geht.

2. Komm, mach mal halblang, wann hast Du es denn bestellt. Davor kamen sieben Aufträge.

4. Wenn du es nicht machst, dann hole ich mir eben einen anderen. Ich hatte Mitleid mit dir und deswegen habe ich dir den Auftrag gegeben. Es gibt genug Leute, die noch freie Kapazitäten haben.

1. Wir haben habe noch welche. Kann ich dir vielleicht helfen?

5. Ich bin jetzt überqualifiziert durch die fünfte Umschulung, mich will auch keiner mehr.

4. Wer fragt denn nach Euch? Die Firma muss ran! Und wehe, du und deine Leute feiern jetzt noch ein paar Tage Kirmes.

5. Ich habe da eine Idee. Er hat doch Leute aus der Stadt. Die können dir am Kirmesfreitag und Sonnabend alles bauen, wenn Du ihnen ein paar Mark mehr gibst. Schwarz versteht sich.

4. Sage mal, bist du ganz übergeschnappt. Meine Töchter und meine Frau werden mit was husten, wenn über die Kirmes gebaut wird. Die Große spielt verrückt, wenn sie nicht weggehen kann. Die kleine erst recht.

1. Warum machst du dann so viel Dampf?

4. Den Zeitpunkt bestimme ich, wann es bei mir  passt. Ichhabe das Geld und da müssen die anderen springen.

3. Komm. mein Sohn hat mir erzählt, zur Kirmes lässt gerade du nie was springen.
Bei der Extratour versteckst du dich, damit du die 10 Piepen sparst.

2. Na ja, es ist eben alles so teuer heute.

1. Ich mache euch einen Vorschlag: Ich habe zwar wenig Geld, aber zu viel Zeit!
Ich halte euch einen Platz frei.
Und ihr kommt etwas früher, damit wir uns bei einem Bier oder Saft unterhalten können.

5. Du gibst uns einen aus. (zu 2:) Du musst ja nicht so viel trinken, dass du ne Welle hast! Ein bisschen Bewegung tut dir gut.
(zu 4:) Und du hältst mal deinen großen Rand und tanzt endlich mal eine Extratour. Deine Frau wäre richtig stolz auf dich.

2. Nur unter einer Bedingung: Kein Wort über die Arbeit!

1. Na das möchte sein!

3. Spring lieber jetzt, damit du zur Kirmes Zeit hast.