Kirmesspiel 01

Gehonnes: Erwin, mey get’s hüt gor net hüsch!

Erwin:   Jo, Jo, Gehonnes. Ich honn dich nächtsobed in Auch gehot! Host ganz hüsch inere gemocht!

Gehonnes: Ich hon mi gonz Sippschaft freygeholle… Do fellt me i, mi Äller hon ich hüt au noch net zo gesicht gekricht!

Erwin:  Nu söme amo, bos hoste dänn nür före Erbschaft gekricht, daß de so spendabel kost gesey? S’in doch scho bal ocht dö, di mey Kirmes fiern!

Gehonnes: Ho, wey’ste donn überhoupt nhet, bi me so abes ostellt? Bon mer rechtich will fier, wörd haldt’s Hondwerksgezüg versotzt!

Erwin: Do kömmt doch di Äller!

(zur Äller) Gemorche Ernstine! Sist hüsch us in din Sondichsstoot!

Äller: Do sitzt mi Erwin. Düwe won se än Auhust met där Leyter ahol. Un se bruche noch en,där a wengmit zofaßt. Mach dich ämo dernoch zo. Sust verbasse se noch de Kirche!

Erwin:S’is jo noch genunk Ziet.

Gehonnes: Ach dän Schonnespod wier!

(bringen August auf der Leiter herein)

Auhust: Lot mich endlich äro! Lots genunk sey!

Frau: Hostes donn scho gehort? Her hat de sölwere Döscheuhr von sin Ällervoter verkouft, üm än richtiche druf ze machen.

Äller: Mit där hütiche Juchend hot mer so si Not. Se döche jo nis me. Zo unser Ziet hätt sich dos kenner getrout. Dos hätte sich ons Kinner ämo soll erlaub!

Frau: Loß sey. Mi Äller us der Stodt hot mey ä Gedicht gelont. – De Steder schwatze jo ä wenk onnerscht, bi mey:

Gehanni, bann de Rose blün, do rappelt Groß un Klei’, es zockt im gohnze Li äröm un föhrt enn in de Bey’.

und ehr me sich’s nör rähcht versit, is sche’ Musik bestehlt; of Deufel hol mich get’s denn los, verrockt ihs Jong un Ahlt!

Ob vill o’r wenk ze schicke ihs, key Guguck fregt darnach! Bann alles önnerstells öl erscht get bos nötzt das vill Gefrag?

Es wörd gebröckt, ‘s wern Kränz gebrocht, de Borsche schaffe Gähld, der Stoot wörd hüsch zerächt gemacht, – banns au bu annerscht fählt!

Doch gohn ze ball ihs alles all, der Bütel stüpperleer! Och bann in liebe, lange Joht, nör ümmer Kirmes wär!!-

Äller: Host jo rächt. Mey warn jo au net di bäste früer.

Erwin: Ernstine, du host jo nächtsobed au nit schlächt gefiert!

Äller: Ich hon gewart bes Nocht wor. Donn hon ich sogar noch gedonzd. Ons Gehonnes hot läwe gesport, doß der so vill Gäld Hot.

Erwin: Jo ich Klay, här muß in der nächste Ziet tüchtich ärwet. Ich hon gehört, här hätt si Hondwärksgezüg versotzt.

Äller: Allmächticher!! Ich hon mich scho gewunnert, daß de Wärschet so hüsch ufgerüm is.

Erwin: Loß sey! Där schafft dos scho wier äbey!

Äller: Doß de dos jo kenn Mensche verzehlst, Erwin!

Jedenfalls warsch ä hüscher Toag nächte!

Erwin: Komm. Es lütt! Mer müsse in de Kirche!