Erntedank 21

Erntedankfest 2018

Mann 1: Hey Nachbar, der Pfarrer hat ausrichten lassen, dass die Kinder für das Erntedankfest sammeln. Habt Ihr denn etwas, was man mitgeben könnte.
Mann 2: Der Pfarr(n)er hat immer seine Ideen. Dieses Jahr ist es wirklich schwierig. Meine Frau hat in den letzten Jahren immer die Blumen in die Kirche mitgegeben: Aber sieh es Dir an das Elend. Ich habe sogar viel gegossen, aber sie sind schon längst abgeblüht oder eben vertrocknet.
Mann 1: Wir haben Eure Blumen jedes Jahr bewundert. Aber es war auch so ein heißes und trocknes Jahr. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es jemals so trocken war. Da hätte man ja nach Italien reisen müssen, um dort etwas Regen abzubekommen.
Mann 2: Das wäre eine neue Form des Tourismus. Wir reisen in den Süden um mal etwas Regen abzubekommen und der Sonne zu entfliehen.
Mann 1: Ich habe sowieso den Eindruck, dass alles aus den Fugen geraten ist. Für meine vier Hasen musste ich sogar an den Waldrand gehen, um etwas Gras zu holen. Im Garten gab es nur noch ein paar Stängel, aber kein Gras. Zum Glück habe ich für den Winter noch etwas altes Heu liegen.
Mann 2: Zur Not kannst Du sie ja auch in der Adventszeit schlachten lassen, wenn Du kein Futter mehr hast. Wir nehmen dir auch einen ab.
Mann 1: Wie machen das nur die Bauern, wenn sie viel Viehzeug haben? Die können doch nicht alles schlachten. Sie bekommen doch schon so nicht viel für das Kilo Fleisch. Ich habe es schon lange im Gefühl, dass bald die Katastrophe kommt.
Mann 2: Die Äller hat erzählt, dass es nach dem Krieg schon mal so heiß war. Da mussten die Kinder das Viehzeug in den Wald bringen und dort wurde alles abgegrast. Nur der Kuhhirte hat sich beschwert, denn der war ja auch noch im Wald mit seinen Kühen.
Mann 1: Das wäre doch mal was für unsere größeren Kinder. Jeder bekommt eine Kuh vom Ruppel … an die Leine und sie müssten in den Wald ziehen. Da bliebe endlich das Handy mal aus.
Mann 2: Vergiss es. Die Waldbesitzer haben da auch noch ein Wort mitzureden. Denen fressen die Hirsche und Rehe doch schon alles weg. Vom Borkenkäfer wollen wir jetzt gar nicht reden.
Mann 1: Es ist schon verflixt dieses Jahr.
Kind: So habt ihr nun endlich was, was ich mitnehmen kann?
Mann 2: Ja weißt du, es ist schwierig. Selbst die meisten Äpfel sind schon verfault bei mir. Und Blumen sind verdorrt. Wein haben wir wieder nicht angebaut, denn der soll gut gewachsen sein.
Kind: Dann geht es uns schlecht?
Frau: Mann habe ich mich wieder mal abgeschleppt. Wochenende, die Leute kaufen fast alles auf. Als würde die Welt untergehen. Wann die das nur alles essen, was sie kaufen?
Kind: Hallo, da hast du doch alles, was ich mitnehmen kann: Salat, Kohlrabi, Möhren, Paprika, Sellerie, Kartoffeln. Die sind ja richtig groß! Und Äpfel aus dem Laden und nicht vom Opa???
Frau: Das haben wir doch alles nicht mehr bei uns im Garten. Der Opa hat es dieses Jahr nicht hinbekommen. Zu viel Sonne…
Mann 2: Jetzt bin ich auch noch schuld? Kann ich denn etwas dafür?
Kind: Wir haben doch alles… Alles ist in Ordnung.
Mann 2: Ja, ja, alles ist in Ordnung… Ich wollte es Euch ja eigentlich nicht erzählen, was unser Bauer mir erzählt hat: Er hat gesagt, er unterstützt im Wahlkampf den Trump in Amerika.
Frau: Das glaube ich nicht. Unser Bauer in Seligenthal/ Schnellbach / Struth unterstützt diesen Typen in Amerika, der uns das Benzin teuer macht? Das kann nicht sein.
Mann 2: Na klar. Die Bauern müssen Soja von den Amis kaufen. Und die freuen sich wie verrückt, unsere Kühe überleben, Dein Fleischer hat noch im Januar genügend Fleisch… und Trump gewinnt die Wahl.
Mann 1: Mir ist das alles zu hoch. Komm Kind, ich gebe Dir etwas, was wir im Kühlschrank haben, damit der Pfarrer seine Ruhe hat.

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