Pfingsten 7

Spiel zu Pfingsten 2014 – „Wir sind berechenbar!?“

Spieler 1: Sag mal, wie viel Geld schleppst Du denn mit dir herum?

Spieler 2: Wieso denn?

Spieler 1: Dein Portemonnaie ist dermaßen dick. Da müssen doch bald tausend Euro drin sein.

Spieler 2: Tausend Euro? Das wäre ein Traum. 5 € habe ich drin – nur Kleingeld. Ach so, das sind doch nur Karten…

Spieler 1: Karten? Dann hast du viel Geld auf dem Konto.

Spieler 2: So ein Blödsinn. Das sind Payback-Karten…

Spieler 1: Payback?

Spieler 2: Noch nie etwas gehört davon, dass du damit sparst und Rabatt bekommst. Zum Schluss gibt es noch ein Geschenk, das ich bestellen kann. In einem Monat kaufe ich mir eine Eismaschine…
Ich frage mich manchmal, ob sich das für die Geschäfte überhaupt lohnt…

Spieler 1: Naja, vielleicht gehst du dadurch öfters hin und das lohnt sich schon.

Spieler 3: Ich weiß wofür das ist. Die sammeln deine Daten. Die wissen genauer als Du, was du gekauft hast.

Spieler 2: Na jetzt übertreib mal nicht.

Spieler 3: Es soll so einen Fall gegeben haben. Da hat man einem Mädchen gezielt Werbung für Schwangerschaftsprodukte mitgegeben. Sie wusste es zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht, dass sie schwanger war. Aber der Laden wusste es.

Spieler 1: Wie geht das?

Spieler 3: Sie haben es daran gemerkt, was sie eingekauft hat.

Spieler 2: Das heißt, die wissen jetzt alles über mich?

Spieler 1: Naja, schwanger wirst du ja nicht. Aber vielleicht wissen sie es, wenn du ein Alkoholproblem hast, Diabetes oder eine heimliche Freundin. Und sie wissen im Unterschied zu mir, dass du nur noch 5 € besitzt.

Spieler 2: Jetzt mach‘s aber mal halblang. Dann muss ich mir ja überlegen, bestimmte Dinge woanders zu kaufen, damit sie nicht alles mitkriegen.

Spieler 3: Jetzt siehst du mal wozu eine Payback – Karte gut ist. Du bist durchschaubar, gläsern.

Spieler 2: Wie bei unserem Hund, wo alle drei Monate pünktlich ein Sack Futter geliefert wird. Man weiß sogar schon im Voraus, was er braucht und zu sich nehmen wird.
Spieler 3: Zu guter Letzt musst du gar nicht mehr zum Arzt, wenn sie ihm mitteilen, was du alles kaufst. Er stellt nur noch die Rezepte aus und sie können die Medizin gleich mitliefern…

Spieler 2: Dann wissen sie aber noch nicht, worauf ich Appetit habe und was ich demnächst kaufen werde.

Spieler 3: Weit gefehlt… Sie können dich beeinflussen. Sie können berechnen, was du tust, wie du dich verhalten wirst. Sie bekommen schon im Voraus mit, was du tun wirst. Kaufst du Dir ein Brecheisen, bist du schon mal bei den Einbrechern registriert. Gibst du mehr aus, als du verdienst, bieten sie dir einen Kredit an oder zuletzt bekommst du keinen mehr. Es ist so alles planbar. Sie wissen, wie du dich verhältst oder verhalten wirst…

Spieler 2: Nur weil ich so ein paar Dinge von mir preisgebe?

Spieler 1: Du bist berechenbar, durchschaubar. Eben einer in der Masse. Du spielst ja freiwillig mit und freust dich über deine Eismaschine. Wie kommst du denn eigentlich darauf, eine Eismaschine kaufen zu wollen?

Spieler 2: Na, weil sie es mir angeboten haben. Wie sonst?