Erntedankfest 09

1. Hallo. Ich möchte Sie heute sehr herzlich begrüßen.
Wir hatten in diesem Jahr einen ganz besonderen Sommer. Wir haben geschwitzt, wie selten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass schon einmal so lange Zeit schönes Wetter war. Ich möchte Ihnen Professor Dr. Wachsewetter vorstellen. Er soll uns heute erklären, wie das Klima das Wachstum beeinflusst.
Sehr geehrte Herr Wachsewetter…

2. Bitte: Professor, Dr.

1. Sehr geehrter Herr Professor Dr. Dr. Wachsewetter. Wie fanden Sie das Wetter in diesem Jahr?

2. Gerade wollte ich Sie fragen, ob es gutes oder schlechtes Wetter war. Ich weiß es nämlich nicht.

1. Kommen Sie, wollen Sie mich veralbern?

2. Das ist ja das schwierige. Für den einen ist es gut, für den anderen schlecht…

1. Das habe ich mir auch schon gedacht. So lange ich im Schwimmbad war, habe ich mich gut gefühlt… Aber wenn wenig wächst, dann reicht der Ertrag nicht. Die Hitze macht viel kaputt.

2. Sicher nicht. Sehen Sie: Dieses Getreide ist nicht schlecht. Ein trockenes Jahr wirft nichts um! Wir haben gerade etwas Erstaunliches herausgefunden. Die Samenkörner können Trockenheit gut überstehen. Stellen Sie sich einmal vor: Nach den neuesten Forschungen bleibt der Same von einer Lotosblüte 3000 Jahre keimfähig.

1. Der Weizen hier hält sicher nicht so lange.

2. Das soll er ja auch nicht. Sehen Sie: Dieses Getreide sieht nicht schlecht aus. Es ist etwas kleiner als sonst. Aber ich habe es untersucht. Die Sonne hat es gut reifen lassen. Es ist wie beim Wein. Er kann richtig gut werden. Hier ist so viel Eiweiß drin, wie sonst selten. Sehen Sie mal, wie das Getreide fällt. Sie erkennen ohne weiteres, dass es schwer ist. Es fällt besser als im letzte Jahr, als es  viel Regen gab und viel schneller gewachsen ist. Es ist ausgezeichnetes Getreide.

1. Und was bedeutet das?

2. Man muss dem Vieh nicht so viel füttern, man kann an anderem sparen, weil es viel Eiweiß hat.

1. Also war’s doch ein gutes Jahr? Jetzt bin ich beruhigt.

2. Das nun wieder auch nicht. Es war zu extrem.
1. Aber wenn es nichts ausmacht?

2. Sie unterschätzen, dass man seit vielen Jahrtausenden unser Getreide gezüchtet und immer wieder das Beste herausgesucht hat.
Wir haben wir unseren Vorfahren viel zu verdanken.
Und natürlich der Schöpfung, die immer neue Möglichkeiten schafft, wenn wir sie hegen und pflegen, wie unsere Vorfahren.

1. Also, ich mache mir trotzdem Sorgen. Früher bin ich gern in den Süden gefahren – der Sonne hinterher… Was wird, wenn es jetzt doch immer wärmer wird, wir bald Temperaturen haben wie in Italien…

2. Wer weiß das schon? Unser Jahr war extrem. Selbst die besten Wissenschaftler wissen nicht, was kommt. Vielleicht beschleunigt der Mensch durch die Lebensweise alles? Es kann sein, aber es muss nicht. Alles verändert sich. So ist Gottes Schöpfung!

Aber auch wenn wir sie bewahren, bleibt sie nie, wie sie war. Es ist immer alles neu.

1. Ist das nun ein Segen oder ein Schaden?

2. Fragen Sie mal die Leute: Wie fanden Sie es denn in diesem extremen Jahr?

1. Wir fragen mal einen Bauern… (ein bekannter Bauer wird gefragt…)

2. Wir fragen mal jemanden, der Probleme mit der Luft hat…

1. Und wir fragen mal jemanden, der jünger ist…
Ich danke Ihnen für Ihr Kommen.