Erntedankfest 08

„Wasser“

Junge 1: Ich habe heute wieder zu schleppen…

Junge 2: Wo willst du denn hin?

Junge 1: Zum Brunnen! Hinter zum Sportplatz.

Mädchen: Was willst du denn dort mit einem leeren Kasten? Zum Brunnen kommt man mit einem Kasten der gefüllt ist.

Junge 1: Wenn du wüsstest. Jeden zweiten Tag schickt mich meine Uroma dorthin.

Junge 2: Da ist mein Opa auch immer hingefahren. Früher hat er das Auto hinten gewaschen, aber das ist ja jetzt streng verboten.
Danach hat er immer alle Kanister voll gemacht, wenn es trocken war und die Blumen gegossen werden mussten.
Er hat sogar mal den Blumenschmuck zu Pfingsten halb kaputt gemacht, weil die Kanister so groß waren. (Er hat Glück gehabt, dass alle im Dorf dachten, irgendwelche Jugendliche hätten den Blumenschmuck zerzaust.)  In der letzten Zeit hat er aber große Fässer fürs Regenwasser aufgestellt. Da muss er nicht mehr hinter fahren.

Mädchen: Sag doch deinem Vater, er soll einen großen Kanister mit dem Auto holen. Dann reicht es wenigstens zum Gießen.

Junge 1: Nein, du weißt ja gar nicht wofür das ist.
Meine Uroma trinkt das Wasser.

Mädchen: Igitt, wie kann man nur Wasser trinken. Cola, Fanta, Saft, das ist was. Mir reicht es schon, wenn meine Mutter darauf besteht, Tee zu trinken.

Junge 2: Wasser, einfach so trinken. das geht doch nicht. Ich war neulich bei meiner Tante in Erlangen. Ich dachte beim Zähneputzen, die Zahnpasta ist schlecht. Mein Vater hat mir dann erklärt, dass das Chlor ist, wonach alles geschmeckt hat. Man kann  doch nicht einfach Wasser so trinken.

Junge 1: Hast du eine Ahnung. Also meine Uroma.
Erst hat sie alle möglichen Säfte getrunken, die helfen sollten. Da ging es ihr nicht besser. Die Galle hat nicht mitgespielt.
Kaffee kann  sie wegen dem Kreislauf nicht mehr viel trinken.
Also hat sie mit Heilwasser angefangen. Mein Vater hat das teure – nicht das einfache – Mineralwasser mit Kalk und Mineralien und was weiß ich was rangeholt. Dann hat der Arzt gesagt, mit dem Kalk ist es auch nicht so gut… . Sie wird sonst zu vergesslich.

Mädchen:  Na ja wenn ich ehrlich bin, bei uns zu Hause wird jetzt auch mehr Wasser getrunken.
Früher blieb das Wasser immer ganz lange stehen. Meine Mutter hat mal was getrunken.
Mein Vater trank es nur, wenn er  am Abend vorher ne Welle hatte.
Das hat sich jetzt geändert.
Er sagt: Bier und Schnaps verträgt er nicht mehr, aber Schnaps und Wasser, das geht. Seither kauft er ständig Wasser.
Aber Brunnenwasser – igitt.

Junge 1: na ja, das ist ja das erstaunliche. Meine Uroma ist aus der Struth. Ihre Oma hat immer Brunnenwasser geholt, als es ihr schlecht ging und das hat geholfen. Nun ist sie auf die Idee gekommen, dass ich Wasser holen soll. Sie meint das Wasser aus dem Haderholz ist sicher nicht schlechter als das in Struth. Nur frisch muss es sein.

Mädchen: Und hat’s geholfen?

Junge 1: Erstaunlich. Seither sagt sie, wenn’s ihr besser geht: Das liegt am Wasser. Wenn’s ihr schlechter geht, liegt es an der Medizin.

Mädchen: Nicht schlecht! Es kostet nichts, nur etwas Mühe.

Junge 1: Du hast gut reden.