Kirmesspiel 18

Kirmes 2010

 

Frau: Hallo… Was ist denn das hier für ein Laden. Hier geht ja überhaupt nichts vorwärts.

Bedienung: Ach so, pardon, ich hatte es nicht mitbekommen, dass wieder jemand hier ist.

Frau: Das sollten Sie aber. Ich muss meinen Job auch machen. Dazu sind Sie da.

Bedienung: Eigentlich nicht. Ich helfe heute nur mal aus. Weil so viele Leute kommen werden.

Frau: Das kann doch nicht wahr sein. Es wir doch gewaltig Geld verdient bei so einem Fest. Fürs Trinkgeld halten Sie die Hand auch noch auf.

Bedienung: Ich muss schnell noch etwas fertig machen bevor die ganzen Leute kommen. Was möchten sie denn?

Frau: Erst mal einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Wie ist es denn mit dir? Möchtest du auch etwas essen?

Mann: Ähm, nee, lass mal sein. Ich habe doch erst vorhin gegessen. Vielleicht überlege ich es mir noch.

Frau: Kannste ja, scheint noch alles da zu sein.

Bedienung: Ach so, da gehen Sie bitte dort ans Kuchenbuffet und bekommen alles.

Frau: Mann o Mann, Jetzt muss ich es mir auch noch selbst abholen. Eigentlich war ich zum Vergnügen da.

Bedienung: Was möchte Sie denn?

Frau: Suchen Sie etwas aus…

Bedienung: So hier habe ich ein Stück Kuchen und einen Kaffee – macht zwei Euro. Können Sie die bitte am Küchenbuffet bezahlen?

Frau: Ich gebe es Ihnen. Da hätte ich ja auch gleich aufstehen können.
Moment mal, ist da Sahne dran? Wissen Sie, mein Cholesterinspiegel ist zurzeit sehr hoch. Erst gestern Morgen hat mir der Arzt gesagt, dass ich da aufpassen muss. Und ich soll aufpassen, dass ich nicht so viele süße Sachen esse. Wissen Sie, mit meinem Gewicht soll ich aufpassen.

Bedienung: Entschuldigen Sie, das konnte ich nicht ahnen.

Frau: Ach wissen Sie, das ist mein Problem. Ich kann ja nicht jedem meine ganzen Leiden erzählen. Außerdem wusste ich nicht, dass es bei Ihnen Sahnetorte zur Kirmes gibt. Ist doch ganz untypisch. Bitte tauschen Sie das doch um…
Weißt du, irgendwie ist es mit dem Service nicht mehr das, was es mal war.

Mann: Stimmt, früher war man freundlicher. Als wir noch mitgemacht haben, hat man sich irgendwie besser um alles gekümmert.

Frau: Ich wusste gar nicht, dass Du mal mitgemacht hast.

Mann: Ist schon ewig her. Ich hatte eben nur dran gedacht. Eigentlich finde ich es dämlich, andere Leute zu bedienen. Weißt du wie viele Leute da kommen und nie einen Finger für andere Leute krumm gemacht haben. Warum soll man denn denen noch etwas bieten.

Frau: Haste auch recht. Eigentlich gehe ich gar nicht gerne auf solche öffentlichen Feste.
Nur weil der Pfarrer mich genötigt hat mit seinem blöden Kreuzworträtsel und ich hoffe, den Hauptpreis zu gewinnen, wollte ich mal hergehen. Man weiß ja nicht, neben wem man sitzt, mit wem man sich unterhalten muss. Und es ist alles gar zu provisorisch und zu kleinkariert. Außerdem soll alles ganz billig sein…

Bedienung: So jetzt habe ich Ihnen ein Stück trockenen Kuchen geholt. Ich hoffe, dass der geht und verträglich ist.

Frau:  Nun ja, es wird schon gehen…

Mann: Es ist etwas einfältig, dieses Stück hier? Sieht einfach nur nach Schokoladenkuchen aus. Gar kein besonderer optischer Anspruch. Aber vielleicht schmeckt‘s ja trotzdem… (Beißt herzhaft hinein)

Frau: Nun ja, …wie Schokoladenkuchen eben…

Mann: Das hätte ich im Vorübergehen gebacken. Da bräuchte ich nicht mal ein Rezept dazu. Einfach alles in die Schüssel hauen und in den Herd schieben. Wahrscheinlich haben die das hier so gemacht. Ein bisschen professioneller wäre es schon gegangen… Ach, wenn ich das so sehe, dann könnte ich vielleicht doch noch eine Tasse Kaffee trinken. Fräulein… Fräulein… die lässt sich wieder mal Zeit… So viel Zeit möchte ich haben…

Bedienung:  Ja. Was möchten Sie?

Mann: Schön, dass Sie endlich mal vorbei kommen… Ich hätte gerne etwas Kaffee.

Bedienung: Können Sie nicht selbst ans Buffet gehen?

Mann: Ach wissen Sie… das Aufstehen fällt mir nicht so leicht. Wenn ich erst einmal sitze, dann sitze ich. Sie haben jüngere Beine. Aber haben Sie auch koffeinreduzierten Kaffee?

Bedienung: Ich glaube nicht…

Mann: Na gut, dann eben nicht. Komm iss deinen Kuchen auf. Ich koche mir selbst zu Hause einen Kaffee. Da weiß ich wenigstens, was ich habe.