Kirmesspiel 16

Kirmes – Spiel 2008

Alfred: Hast Du es schon gehört, was beim Karl passiert ist? Er war doch gestern bei der Frieda.

Klaus: Bei der Frieda. Das hätte ich dem wieder nicht zugetraut. Das ist doch sonst ein ganz ruhiger Typ und der traut sich doch gar niemanden anzusprechen.

Alfred: Das ist es ja grade. Ich sage dir, gerade die Stillen, die haben es faustdick hinter den Ohren. Sie täuschen uns ganz bewusst. Wenn sie mit uns zusammen sind, dann tun sie so, als könnten sie kein Wort herausbekommen. Das habe ich neulich in der Zeitung gelesen. Wenn die Gelegenheit günstig ist, dann sind sie ganz anders.

Klaus: Aber doch nicht der Karl. Ich werde schon richtig neidisch, wenn ich das höre, dass er bei der Frieda war. Ich traue mich nicht die Helga zu fragen. Wenn der Augenblick gekommen ist, komme ich immer auf etwas anderes. Und dann ist es wieder vorbei.
Aber was ist denn passiert?

Alfred: na was soll passiert sein.

Klaus: Du sagtest doch vorhin, er war bei der Frieda und dort ist etwas passiert.

Alfred: Ach so, ja er war bei der Frieda, das steht fest. Und das ist passiert. Ist das nicht genug? Bei Frieda, deren Eltern so eigebildet sind und nur einen reichen Gymnasiasten zulassen wollen. Und da war nun gerad der Karl bei der Frieda.

Klaus: Du hast recht. Das ist schon was. Naja, wir sehen uns bei der Kirmes.

Klaus geht weiter und trifft Emma:

Emma: Hallo Klaus: Na Klaus, sehen wir uns auf der Kirmes?

Klaus: Na immer. Endlich ist mal wieder was los im Dorf. Du kommst auch?

Emma: Na so ne Frage. Hast du schon vom Karl gehört. Was da los ist.

Klaus: Na klar. ich bin im Bilde, das hätte ich ihm nie zugetraut, dass der so ein Draufgänger ist.

Emma: Und genau das kommt davon. Er hat Schrammen am ganzen Körper, von oben bis unten und noch einen fast gebrochenen Fuß. Knapp am Krankenhaus ist er vorbeigeschrammt.

Klaus: So? Wie konnte denn so etwas passieren?

Emma: Er hat gesagt: So etwas passiert ihm nicht noch mal.

Klaus: Und die Frieda?

Emma: Stell dir vor, die war in voller Fahrt.

Klaus: Das kann ich mir gar zu gut vorstellen.

Emma: Mach‘s gut!

Klaus: Macht‘s gut. Mann, da kriegt man ja richtig Angst, jemanden zu fragen, ob sie die Kirmes mit einem machen will. Günter, du kommst mir gerade recht. Kannst du nicht mal deine große Schwester fragen, ob sie nicht Kirmes mit mir machen möchte.

Günter: Sag mal, du bist doch nicht richtig drauf. warum fragst du sie denn nicht selbst? Na ja vielleicht, wenn du etwas springen lässt. Sonst sorge ich dafür, dass du bei meiner Schwester abblitzt!

Gerlinde: Jetzt mach‘s aber halblang. Du kannst doch den Klaus nicht so ausnutzen. Klaus, hast du’s schon vom Karl gehört?

Klaus: Vom Karl. Ja. Er ist ziemlich zerkratzt und hat einen dicken Fuß, weil die Frieda ihm eine ausgewischt hat.

Gerlinde: Die Frieda?

Klaus: Ja. Er ist ganz schön schwer verletzt und ich glaube, er wollte nur fragen ob sie die Kirmes mit ihm macht. Und jetzt kann er die Kirmes vergessen, weil er nicht hingehen kann.

Gerlinde: Entweder, sie hat ihn vom Türstein geschmissen und er ist in die Hecke vor dem Haus gefallen. Oder er war drin… und sie hat ihn aus dem Fenster geworfen. Wie sollte er sich sonst so verletzt haben?

Klaus: Das frage ich mich auch. Wer weiß, ob er überhaupt noch zu Hause ist oder schon Im Krankenhaus. Ich gehe mal hin.

Gerlinde:  Und du willst da einfach hingehen, wenn die Eltern fix und fertig sind und die Oma wieder verrückt spielt. Du weißt doch wie die sind. Ich würde doch da nicht hingehen. Vielleicht ist der Vater von ihm schon bei der Frieda. Der kann sich doch nie beherrschen. Dann gibt es noch Mord und Totschlag.

Klaus: Na gut, dann gehe ich lieber nicht hin… Wäre mir auch peinlich.
He, du da, hast ihr schon was gehört vom Karl?
Es muss ihm ganz schlecht gehen.

Kind 1: Nein. Was ist denn. Ist er schwer verletzt? Ach, die Sirene habe ich vorhin gehört. Dann war er das, den sie geholt haben. Das muss ich der Mutter erzählen. Die wollte es nämlich wissen.

(Klaus geht weiter und sieht Karl)
Hallo Karl, was machst du denn hier vor dem Haus?

Karl: Ich putze die Schuhe, das siehst du doch.

Klaus: Ich denke, dir geht es ganz schlecht und du bist im Krankenhaus.

Karl: Na I Wieso denn das?

Klaus: Na wegen der Frieda.

Karl: Woher weißt du das schon wieder?

Klaus: Na, das ganze Dorf weiß es!

Karl:  Mann, es bleibt aber auch nichts geheim.

Klaus: Was hast du zur Frieda gesagt hat, dass sie dich zum Türstein heruntergeworfen hat.

Karl: Leider habe ich gar nichts gesagt. Das ist es ja, weswegen ich mich so schäme und eine Wut habe.

Klaus: Du hast nichts gesagt?

Karl: Leider nein. Ich wäre fast mit ihrem Fahrrad zusammengestoßen, als ich vor ihrem Haus war und wegen der Kirmes fragen wollte. Und weil mir das zu peinlich war, hab ich mich‘s nicht getraut.

Klaus: Und der lebensbedrohliche Sturz?

Karl: Ich bin mit der linken Hand in die Hecke gekommen und hier… habe ich einen Kratzer an der Hand.

Gerlinde: Du lebst ja noch! Alle sagen, dass du mit dem Tode ringst.

Karl: Ich ringe höchstens mit mir, ob ich die Frieda frage wegen der Kirmes.

Klaus: Oh, ich glaube wir laufen jetzt erst mal durchs Dorf. Das ist wichtiger, dass die Leute erst einmal wissen, dass du trotz allem noch lebst.

Karl: Trotz alledem, ich lebe noch.

Gerlinde: Ich kann ja mal die Frieda fragen, ob sie noch einen Kirmesscheumpfer braucht. Es ist besser, du machst bei der Kirmes richtig mit, sonst glauben es doch nicht alle, dass du noch lebst…