Erntedankfest 14

Erntedankspiel 2009

Das “gesunde” Leben

Kind 1: Du hast gesagt, wir haben in diesem Jahr keine Äpfel. Mama gibt uns sonst jeden Tag einen mit in die Schule. Was machen wir dann? Du sagst doch immer, dass unsere Äpfel die besten sind.

Vater: Was denn, dann kaufen wir sie eben.

Kind 1: Wenn es aber eine schlechte Apfelernte in diesem Jahr ist?

Vater: Was weiß ich, wie die Ernte ist?

Kind 2: Du hast es selbst gesagt, dass es eine schlechte Ernte ist.

Vater: Ja hier bei uns im Garten. Aber was weiß ich, wie es in Südtirol aussieht, oder in Brandenburg auf den großen Plantagen.

Kind 2: Mir ist das ja recht. Die gekauften Äpfel haben keine Bomflecken und sie sind viel knackiger.

Vater: Kein Apfel ist so gesund wie meiner. Ich habe nicht gespritzt, habe nichts gedüngt und es wächst doch. Und sie kommen von der Hand in den Mund… weil ich gar keine Zeit habe, im Garten zu arbeiten.

Kind 2: Trotzdem bin ich froh, dass es jetzt die großen Äpfel gibt.

Vater: Verwöhnte Gören.

Kind 1: Wenn es aber besser schmeckt… War es nun dieses Jahr eine gute oder eine schlechte Ernte?

Vater: Sag mir woher ich das wissen soll. Bin ich Bauer? Wahrscheinlich freuen sich die Leute in Spanien oder Italien, wenn es bei uns nicht so wächst. Und sogar die Regierung freut sich, weil sie dann mehr Geld von den Lastern auf den Autobahnen einnimmt. Und du freust dich, wenn du die teuren Sachen aus dem Laden kaufst, statt es aus dem Garten zu holen.

Kind 2: Ich hasse Gartenarbeit. Das macht keinen Spaß. Wenn ich nächste Zeit wieder helfen muss, dann graut mir jetzt schon davor.

Vater: Das hast Du von mir geerbt. Sag‘s aber nicht der Mutti. Wir müssen da schon ran. Schließlich wohnen wir nicht in einem Neubau in der Stadt.

Mutter: Übrigens. weil ihr gerade davon sprecht: Dort sind eine Menge Zwetschgen und draußen liegen noch viel mehr. Die könnt Ihr mal auflesen.

Kinder: Neiiiiin. Muss das sein?

Vater: Also ich habe schon mal keine Zeit!

Mutter: Kommt, wir wollten doch mal wieder Mus kochen. Das esst Ihr doch gerne.

Kind 1: Lecker…. Vielleicht können wir ja ein paar Zwetschgen dazu kaufen, dann haben wir nicht so viel Arbeit und helfen noch den Leuten in Spanien.

Mutter: Und draußen liegt alles im Garten? Vergesst es. Woanders würden die Kinder sonst was dafür geben…

Kind 2: Du übertreibst. Heute gab es in der Schule Obst. Die Jungs haben sich lieber einen Hamburger warm machen lassen und haben uns ausgelacht, weil wir Obst gegessen haben.

Mutter: Und was habt ihr getrunken? … Halt – nichts sagen – Cola – statt Milch – da könnte man sogar unseren Bauern helfen, aber da hätten sie euch auch ausgelacht…

Kind 1: (nickt) Höchstwahrscheinlich

Mutter: Unsere schöne neue Welt. Es geht uns eigentlich viel zu gut. Trotzdem – jetzt geht es in den Garten.

Vater: Muss das sein. Ich hätte da doch noch das Motorrad zu reparieren.

Mutter: Heute…muss das sein. Los geht’s. Und keine Widerrede!