Kirmesspiel 15

Kirmesgeschichte 2007

Kind 1:   Boann ich doch nör groß wär. Doann möt ich heyt oawed net bey’er Äller erösetz. Se is weer moa iegeschloffe. Bey’ er Hälleft von ner Geschechte hoat se gegähnt on korz vör’n Enn es se iegeschloffe. Jetz weyß ich net moa bes usgätt.
Kind 1: Wenn ich doch nur erwachsen wäre. Dann müsste ich heute Abend nicht bei der Oma herumsitzen. Sie ist wieder mal eingeschlafen. Bei der Hälfte der Geschichte hat sie gegähnt und kurz vor dem Ende ist sie eingeschlafen. Jetzt weiß ich nicht mal wie es ausgeht.

Kind 2:   Mach se doch mointer!
Kind 2: Weck sie doch auf!

Kind 3:   Bo dänkst do hie. Boann se mointer wörd, scheckt se ons gleich ins Bätt, doamit se ör Roh hoatt.
Kind 3: Wo denkst du denn hin. Wenn sie wach wird, schickt sie uns gleich ins Bett, damit sie Ruhe hat.

Kind 1:   Do hoast rächt. So konn me ons wenigstens ons Fenster gesätz on gesäh boas dusse los ies.
Kind 1: Du hast recht. So können wir uns wenigstens ans Fenster setzen und sehen, was draußen los ist.

Kind 3:   Pass oaber uf, doass dich kemänsch set. Doa düwe der Emmoa entgät nes. De erzehlts doann der Äller on doann deffe me net of de Kermes.
Kind 3: Pass aber auf, dass du ja nicht gesehen wirst. Da drüben der Emma entgeht nichts. Und dann erzählt die es wieder der Oma und wir haben Kirmesverbot.

Kind 1:   Ich söns üch jo. Me möt groß sey. Ich les’ me es schönst Kleid mach, boas git. Met Borde on gröne Boand.
Kind 1: Ich sage es euch ja. Man müsste größer sein. Ich würde mir das schönste Kleid machen lassen, das es gibt. Mit Borde, und grünem Rand.

Kind 2:   All Knätere, bowest doann es Gäld hernoahm.Där Voater hoat vier Woche noach der Kermes noch Scholde. Doa wörde dey groad noch Gäld för türe Stoff goann.
Kind 2: Alter Schwätzer, wo willst du denn das Geld hernehmen. Der Vater hat vier Wochen nach der Kirmes noch  Schulden, da wird er dir gerade noch Geld für teuren Stoff geben.

Kind 3:   Warte moa, doa dusse der Karl, der hoat e Welln. Bonn der hey kömmt, doa krechte sie Bömm!
Kind 3: Warte mal, da draußen, der Karl, der ist wieder besoffen. Wenn der nach Hause kommt kriegt er Schläge.

Kind 2:   Doa wöll ich emoa dabey sey.
Kind 2: Da möchte ich dabei sein.

Kind 1:   Is doas net der Ahust on de Friedoa?
Kind 1: Ist das nicht der August und die Frieda?

Kind 2:   Bo? Zeich mes!
Kind 2: Wo? Zeig‘s mir!

Kind 3:   Pst! Konnt öh doann net moa leise gesey?
Kind 3. Pst! Könnt ihr denn nicht mal leise sein?

Kind 2:   Ich sehns net, bo doann?
Kind 2: Ich sehe nichts! Wo denn…

Kind 1:   No, doa henne.
Kind 1: Na da hinten

Kind 3:   Jetzt komme se au noch doaheer. Quoatsch, doas is doch goar net de Friedoa!
Kind 3: Jetzt kommen sie auch noch hierher. Quatsch, das ist doch gar nicht die Frieda!

August:  Es is jetzt de drett Kermes de ich mitmach, on ich trou mey ömmer noch net der Friedoa zu sönn, doass ich net nör Kermes met ör moach will.
August: Es ist jetzt die dritte Kirmes, die ich mitmache und ich trau mich der Frieda es nicht zu sagen, dass ich nicht nur Kirmes mit ihr machen will.

Ernst:  Jong, ställ dich net so o! Spräch’s ör einfach!
Ernst: Junge, stell dich nicht so an. Sag es ihr doch einfach!

August:  Mann, do weyst net be schwär doas ies. On boann se mey en Koorb git? Weyst do, be ich doann doastehn?
August: Mann, du weißt nicht wie schwer das ist. Und wenn sie mir einen Korb gibt? Weißt du wie ich dann da stehe?

Kind 1:   Dommbax. Do mosst uffpass, sonst schnappt se dey noch e oannerer fort.
Kind 1: Blödmann. Du musst aufpassen, sonst schnappt sie dir noch ein anderer weg.

Kind 2:   Bo is se doann eichentlich? Jetzt toanzt  scho wer e oannerer met er. On der Depp rennt doa ben Karteselln röm, stoatt of en Toanzbode zo sen.
Kind 2: Wo ist sie denn eigentlich. Jetzt tanzt schon wieder ein anderer mit ihr. Und der Depp rennt hier am Karussell herum, statt auf dem Tanzboden zu sein.

Ernst:     Los Mann, hol se dey zom Toanz, se wörd schon et nä spräche.
Ernst: Los, Mann, fordere sie auf zum Tanz und dann wird sie schon nicht nein sagen.

August:  Borg me noch emoa en Zehner. Ich moß erst noch eweng Mot oatrink.
August: Borg mir noch mal einen Zehner. Ich muss mir erst noch etwas Mut antrinken und dann…

Uroma: Jetzt gät doas wer los. Genau be ben letzte Moal. Erst trenkt e sich Mot o, on doann ise so besoffe, doasse net me geschwatz kon. So ise net verkoahrt, der all  Angsthoas. Ich honn en vörnjoahr schon de Leviten gelast.
Uroma: Jetzt geht das wieder so los. Es ist wie beim letzten Mal. Er trinkt sich Mut an und dann ist er zuletzt zu betrunken, es ihr zu sagen. Sonst ist er nicht verkehrt, der alte Angsthase. Ich hab ihm schon im letzten Jahr die Leviten gelesen.

Kind 2:   Uräller, bist de uffgewacht?
Kind 2: Uroma, du bist aufgewacht?

Uroma:  Meynst de vielleicht, mey entgett abbes wichtiges? Der all Schisser! Bos denkt der sich nör!
Uroma: Meinst du denn, mir entgeht etwas Wichtiges? Der alte Schisser! Was denkt der sich nur.

August:  Komm, me genn.
August: Komm, wir gehen.

Ernst:     Wart noch, ich moß noch es Geldbütel fenn.
Ernst: Warte noch, ich muss erst noch den Geldbeutel finden.

Kind 2:   Mann, dort kömmt doch sogoar de Friedoa gelaufe.Kind 2: Mann, dort kommt doch sogar die Frieda gelaufen.

Uroma: Ab doa, Kenner, jetzt bin ich dro! Friedoa, Friedoa, komm moa her!
Uroma: Weg hier, Kinder, jetzt bin ich dran! Frieda! Frieda! Komm mal her.

Frieda:   Joa, ach Tante Emmoa ö seid noch mointer!
Frieda: Ja, ach Tante? Emma, Ihr seid noch wach!

Uroma:  No joa, enner moss jo off doas kley Gemös dehey ufpass. Ich soes lewer offer Boank ben Weber.
Uroma: Nun ja, einer muss ja auf das kleine Gemüse zu Hause aufpassen. Ich säße lieber auf der Bank im Gasthaus Weber.

Frieda:   Hoast do den Ahust gesent? Hä is verschwonne. Erscht hoat e met mey getoanzt on doann woare fort.
Frieda: Hast du den August gesehen? Er verschwunden. Erst hat er mit mir getanzt und dann war er verschwunden.

Uroma:  Komm moa her, ich will de moa abbes söe. Doahenne iese met en Ernst. Er hoat Angst zo spräche, doass e dich wöll.
Uroma: Komm mal her. Ich will dir mal was sagen. Dahinten ist er mit dem Ernst und hat dich schon gesehen. Er hat Angst zu sagen, dass er dich mag.

Frieda:   Doas hon ich schon beförcht. Er weys doch, doass ich e Auch off en geworfe hon.
Frieda: Ich habe es schon befürchtet. Er weiß doch dass ich ein Auge auf ihn geworfen habe.

Kind 1:   Net nör eins!
Kind1: Nicht nur eins!!

Uroma:  August, komm moa her!
Uroma: August, komm mal her!

August:  Äller, boas machst do doann öm de Ziet noch doa, Friedoa do bist jo au doa.
August: Oma, ja, was machst du denn noch hier um diese Zeit… Frieda, du bist ja auch hier.

Uroma:  So get doas net, doass me de Kermesescheumpfere elley inner Wertschoaft lätt. Boas wär doann, boan se de enner fortschnappt.
Uroma: So geht das nicht, dass man die Kirmesbraut allein in der Wirtschaft lässt. Was wär denn, wenn sie dir jemand wegschnappt.

Frieda:   Ich söch dich schon e hall Stonn.
Frieda: Und ich suche dich schon eine halbe Stunde.

Uroma:  Krechst do doann net mit, doass me en Glöck net ömmer fortläuft. Do dey au emoa abbes trau. On ich sön dey, boann do noch emoa so e Wälln heyschleppst on de Friedoa stenne laöst, doann hoast do’s met dinner Äller verdorbe!
Uroma: Kriegst du nur auch einmal mit, dass man vor dem Glück nicht immer nur wegläuft, sondern sich was traut? Und das sage ich dir, wenn Du wieder so eine Welle nach Hause trägst und die Frieda stehen lässt, dann hast du es mit deiner Oma auf immer verdorben!

Frieda:   Die Äller hoat rächt. Los komm mit, me genn jetzt ben Weber.
Frieda: Deine Oma hat recht. Los komm mit, wir gehen jetzt wieder zum Gasthaus Weber.

Ernst:     Doas möt mey emoa passier.
Ernst: Das müsste mir einmal passieren.

Kind 3:   Uräller, doas hoast do oaber god gemoacht.
Kind3:   Uroma, das hast du aber gut gemacht.

Uroma: Ich will üch moa abbes spräch. Macht doas ö endlich größer werdt. Vielleicht konn ich doann au wer moa fortgegeh on moss net ömmer off üch uffpass!
Uroma: Ich will euch mal etwas sagen. Seht mal zu, dass ihr endlich größer werdet. Vielleicht kann ich dann auch mal wieder weggehen und muss nicht immer nur auf euch aufpassen.

Kind 2:   Doann mosst do de Kenner von Ahust behall!
Kind 2: Dann musst du die Kinder vom August behalten.

Uroma:  No ja- doas wär net es schlächtst – so – jetzt ab ins Bett!